Lenz Pilz

Pilz Lenz Lauterach

Pilze, Trüffel, Olivenöl und Balsamicos

Champignonzucht

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Ernst Lenz erzählt: „Es war 1968, als ich im hauseigenen Keller die ersten Heimkulturen anlegte. 1969 konnte ich einen 140 m2 großen Gewölbekeller anmieten, den ich für die Champignonkultur adaptierte. Ich sammelte dort die ersten Erfahrungen in der Champignonkultur. Noch im selben Jahr wurde mir von der Stadt Bregenz ein ehemaliger Luftschutzstollen unterm Gebhardsberg zur Züchtung von Champignons zur Verfügung gestellt. Der Ausbau dieses Felsenkellers dauerte Jahre, es sollte mein Lebenswerk werden. Wir hatten weder Wasser, noch Strom, noch Licht. Ich erinnere mich: Bei difusem Karbid- und Glühstrumpfleuchtenschein pflückten wir die ersten Pilze, deren Fruchtkörper im natürlichen Stollenklima zur zarten Delikatesse heranreiften.

Der Stollen hat eine Länge von ca. 300 m. Die Be- bzw. Entlüftung des Felsenkellers erfolgt durch einen 20 m hohen Luftschacht. Wir benutzten die ersten Jahre nur die Bodenfläche als Stellplatz für die Sackkulturen. Durch die Begradigung des Stolleninnerens in Höhe und Breite konnten durchgehende Planken eingezogen werden, wodurch eine 50 %ige Mehrbelegung bei gleichzeitiger Rationalisierung erreicht werden konnte.

Wir können heute im Stollen und in den beiden Bierkellern insgesamt 2600 Säcke kultivieren und dies 4 x im Jahr. Das heißt insgesamt über 10.000 Säcke, was einer approximativen Ernte von 100 Tonnen jährlich entspricht.“

Nährstoffaufbereitung – Substrat:

Ausgangsprodukt für die Herstellung von Champignonsubstrat ist nach wie vor Pferdemist und Hühnerdung. Dieses Gemisch wird mit Hilfe von Sauerstoff und Wasser in Verbindungen umgesetzt, die das Wachstum des Champignons stellt (Bakterieneiweiß).

Das so fermentierte Substrat wird anschließend pasteurisiert, damit begleitende Schmarotzer während der Dauer der Kultur nicht schädigen können. Das Substrat wird anschließend mit Körnerbrut gespickt. Das feine Wurzelwerk (Hyphen) umspinnt in weiterer Folge die Substrat-Teilchen (= Anwachsphase). Wenn das Substrat zur Gänze durchwachsen ist, kann die Deckerde aufgetragen werden. Die Deckerde hat die Aufgabe, den Wasserhaushalt zwischen Substrat und kommenden Fruchtkörpern zu regulieren. Nach 9 Tagen wird diese aufgerauht, damit ein guter Gas- und Luftaustausch zwischen Substrat und den Fruchtkörpern gewährleistet ist. Nach weiteren 3–4 Tagen kann die Fruktifizierung (Fruchtkörperbildung) durch Zufuhr von Frischluft eingeleitet werden. Die Hyphen ziehen sich zu Knötchen (spätere Fruchtkörper) zusammen. Jetzt kann mit dem eigentlichen Gießen begonnen werden. Nach ca. 1 Woche sind die Knötchen bereits fix fertige Fruchtkörper und die ersten Pilze können geerntet werden. In der Regel werden 3–4 Triebe geerntet, das entspricht einer Erntedauer von 3–4 Wochen.

Wenn das Bakterieneiweiß erschöpft ist, in der Regel nach 3–4 Trieben, wird die Kultur ausgeräumt. Der abgetragene Kompost ist ein hervorragender Naturdünger, dessen Anteile an Kalium, Magnesium, Stickstoff, Phosphor etc. doppelt so hoch sind wie beim herkömmlichen Pferdemist. Der Kompost ist zudem ein hervorragender Bodenlockerer. Nach dem Ausräumen einer jeden Kultur muss gründlich gereinigt und desinfiziert werden, bevor der Kulturraum mit neuem Substrat belegt wird.

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